Wildtierkorridore

Tasso Wolzenburg erklärt die Brunftzeit bei einer Wanderung
Tasso Wolzenburg erklärt die Brunftzeit bei einer Wanderung - © VDN,ET

Bei vielen Tierarten ist das Wandern genetisch verankert. Entweder bewegen sich ganze Populationen (z.B. Rotwild) oder Einzeltiere (z.B. Wildkatze/Luchs/Wolf/Fischotter) umher, um geeignetere Lebensräume zu finden oder Wetterextremen aus dem Weg zu gehen.

Dazu brauchen die Tiere großflächige Räume, sog. Wildkorridore, um sich ungestört fortbewegen zu können.

Unter Wildtierkorridoren versteht man im Verkehrswesen Teilstücke der natürlichen Bewegungsrouten von Wildtieren, welche an ihren Rändern von natürlichen Strukturen (z.B. Waldrand) oder von menschlicher Aktivität (z.B. Wohnbebauung, Straßen) begrenzt werden, und daher eine umso wichtigere Bedeutung für die Lebensweise dieser Arten besitzen. Dabei verbinden diese Korridore ansonsten getrennte, isolierte Lebensräume von Populationen von Wildtieren miteinander.

Erst durch Wildtierkorridore wird der genetische Austausch zwischen verschiedenen Wildtierpopulationen ermöglicht.

Dabei sind diese Korridore von sogenannten Wildtierpassagen zu unterscheiden, denn im Gegensatz zu Wildtierkorridoren sind dies spezifische Bauwerke, die zum Zwecke des Wildtiertransits die Querung von Barrieren (z.B. Autobahnen) durch Wildtiere gewährleisten sollen.

In Frage kommen dafür z.B. Wildtierbrücken und -unterführungen. So werden nicht nur die negativen Auswirkungen menschlicher Bauwerke wie Autobahnen, die durch Barrierenbildung stark in den natürlichen Lebensraum von Wildtieren eingreifen, vermindert, sondern darüber hinaus auch insbesondere die Verkehrssicherheit verbessert, indem Kollisionen mit Wildtieren im Straßenverkehr vermieden werden können.

Links, Literatur und Beispiele zum Thema „Wildkorridore“:

Hier findest du eine Konzeption des Bundesamtes für Naturschutz zum Thema „Biotopverbund“, dass eine wichtige Rolle in Bezug auf Wildkorridore spielt:

Hier findest du den sog. Wildwegeplan des deutschen Naturschutzbundes (NABU)

Beispiele aus der Schweiz, die im Bezug zum Thema schon sehr weit sind.