Vierte Naturpark-Schule zertifiziert

Die Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule in Bad Berleburg ist die erste Schule in Siegen-Wittgenstein, die als Naturpark-Schule ausgezeichnet wird. In einer offiziellen Feierstunde wurden auch die Gäste ganz praktisch gefordert.

In einem Klassenzimmer duftet es nach Kräutern und selbstgemachtem Tee, auf den Tischen liegen gesammelte Kräuter. In anderen Räumen zeigen Schülerinnen und Schüler Fotos und Videos von Radtouren, Fitness-Übungen im Freien und Wanderungen entlang der Eder. Auf den Wiesen rund um die Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule sind ein Barfußpfad und eine selbstgebaute Minigolf-Anlage Anziehungspunkt für Schüler und Gäste. Die Schule hätte sich nicht besser präsentieren können für die Zertifizierung als Naturpark-Schule.

„Wir haben die Zertifizierung gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern geplant und jetzt vor den Ferien eine Projektwoche dazu ins Leben gerufen“, erklärt Schulleiterin Christina Feige-Meyer. „Dabei haben wir ganz deutlich gemerkt, wie viel Spaß es den Schülerinnen und Schülern macht, sich mit Natur und mit unserer Region zu beschäftigen“. „Die Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule passt einfach voll ins Bild“, lobte Bürgermeister Bernd Fuhrmann, der als Vorsitzender des Naturparks Sauerland Rothaargebirge auch die offizielle Urkunde überreichte. „Natur ist immer wieder ein Thema im Unterricht und in Projekten an der Schule – auch über das übliche Maß hinaus. Wir als Stadt Bad Berleburg wünschen uns, dass diese nachhaltige Beschäftigung mit der Natur an allen Schulen selbstverständlich wird.“

Schulamtsdirektor Walter Sidenstein fand ebenfalls: „Die Auszeichnung passt! Die Verbindung zur Region ist das Markenzeichen der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule, die die Heimatverbundenheit schon immer pflegt. Darauf können Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer stolz sein.“ Vom Geschäftsführer des Naturparks Sauerland Rothaargebirge Detlef Lins gab es zusätzlich zur offiziellen Urkunde Entdecker-Westen, die zum Beispiel mit Lupengläsern und Informationen ausgestattet sind, sodass die Schülerinnen und Schüler selbst forschen und Insekten oder Pflanzen bestimmen können.

Die Delegation der Gäste wurde anschließend durch die verschiedenen Klassenräume geführt, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre 18 unterschiedlichen Projekte der vergangenen Tage vorstellten. Diese hatten nicht nur mit Natur, Landwirtschaft und Bewegung zu tun, sondern zum Beispiel auch mit jüdischem Leben in Bad Berleburg oder der Schulhofverschönerung. Vor dem Rundgang gab es aber noch eine Aufgabe für Bürgermeister und Co.: Sie sollten auf ihrem Weg fleißig Sahne, Gewürze und Kräuter in einem Glas schütteln, um Schüttelbutter herzustellen. Dass dies auch gelungen war, davon überzeugten sich die Besucher anschließend bei einem Imbiss mit selbstgebackenem Kartoffelkuchen.

Hintergrund

Die  Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule ist die erste Schule in Siegen-Wittgenstein, die als Naturpark-Schule zertifiziert wurde. In Zusammenarbeit mit der Koordinatorin des Naturparks Sauerland Rothaargebirge Christina Ermert werden sich die Schülerinnen und Schüler in Zukunft in besonderem Maße mit der Region, der Landschaft, aber auch mit der Industrie- und Kulturgeschichte beschäftigen. Dabei werden Lern- und Erfahrungsorte außerhalb der Schule sowie außerschulische Partner mit einbezogen. Die Auszeichnung „Naturpark-Schule“ wird zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren verliehen. Projektleiter an der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule sind neben der Schulleiterin Christina Feige-Meyer Teja Radenbach und Isabel Kiontke.