Naturaktionstag in der Wisent-Welt Wittgenstein

Grundschüler auf Endeckungstour bei den Wisenten. Ereignisreich ging es beim Aktionstag zu, der am 9. Juli in der Wisent-Wildnis in Bad Berleburg stattfand. Gemeinsam mit Waldpädagoge Olaf Imhof und Praktikantin Miriam gingen die 23 Schüler der dritten Klasse der Grundschule aus Kreuztal auf einen erlebnisreichen Rundgang durch das Areal.

Um sich einander vorzustellen, wurde zuerst von den Naturpark-Regionalmanagerinnen ein kurzes Kennenlernspiel durchgeführt. Passend zum Anfangsbuchstaben des Vornamens durften sich die Kinder einen tierischen Nachnamen aussuchen, z. B: Fiona Fuchs. Diese tierischen Begleiter wurden auf den vorbereiteten Namensschildern ergänzt. Das Spiel diente zum einen als Eselsbrücke, um sich die Namen der Schüler einzuprägen und zudem ermöglichte das Spiel, dass sich alle Teilnehmer (Schüler, Experten, Regionalmanager) des Aktionstages vertraut miteinander machten und einige der tierischen Bewohner des Naturparks behandelt wurden.

Nach einem weiteren Spiel, das Praktikantin Miriam durchführte, ging es auf den 3 km langen Rundweg. „Da der König der Wälder“, schallte es bereits nach wenigen Metern als die Schulklasse einen Blick auf Horno, den Bullen der neunköpfigen Wisent-Herde, erhaschte. Beeindruckend und imposant wirkten Europas größte Landsäugetiere auf die Kinder. Für Begeisterung sorgte dabei vor allem ein Wisent-Kälbchen, das vor einer Woche geboren wurde. Vorbei an Felsen, Bach und Wald ergaben sich im weiteren Verlauf immer wieder andere Ausblicke auf die Herde. Anschaulich lernten die Schüler mithilfe von Miriam viel Wissenswertes über die Tiere, ihre Essgewohnheiten und ihren Lebensraum. Gespannt und neugierig lauschten die Kinder diesen Ausführungen. Auch spielerische Momente kamen nicht zu kurz. So konnten die Kinder beim Wisent-Quiz unter Beweis stellen, was sie kurz zuvor erfahren hatten. Dabei hat sich gezeigt, dass die Kinder gut aufgepasst haben, denn alle Kleingruppen haben das Quiz mit Bravour gelöst.

Nicht nur Wisente standen am Naturaktionstag im Vordergrund, sondern auch das Thema Wald nahm einen Programmpunkt ein. Aufgeteilt in drei Gruppen lernten die Schüler spielerisch, was der Borkenkäfer mit den heimischen Fichten anstellt. Während ein Großteil der Schüler Bäume waren, haben sich die restlichen Schüler in Borkenkäfer verwandelt, die versucht haben, die Nadelbäume zu befallen. Aufgabe des Försters war es nun, dies zu unterbinden und die Borkenkäfer zu fangen, bevor sie die Fichten befielen.

Nach einem kurzen Spiel, bei dem es um das Aufsuchen von zuvor durch Miriam und Olaf Imhof versteckten Gehörnen und Gebissen und deren tierischer Zuordnung ging (u.a. Mufflon, Wisent, Reh), verlief der Rundweg entlang des außerschulischen Klassenzimmers weiter zum Pirschweg. Hier stand der Umweltgedanke im Vordergrund und wurde das ökologische Bewusstsein der Kinder geschärft, indem sie darauf achten und sich merken sollten, welche Gegenstände, die sich entlang des Weges befanden, nicht in den Wald gehören. Dazu gehörten u.a. Flaschen, Plastikspielzeug und Textilien.

 Bevor sich die Kinder im Anschluss auf dem Naturerlebnisspielplatz austobten, wurde der Tag durch ein gemeinsames Grillen abgerundet. Auch hier galt es mitanzupacken. Stöcke fürs Stockbrot wurden gesucht und geschnitzt sowie ein Kräuterdip zubereitet.

Ziel des Naturaktionstages war es, Kindern aus städtischem Umfeld und sozial benachteiligten Familien bzw. Familien mit Migrationshintergrund die Natur näher zu bringen und einen Zugang zu dieser zu ermöglichen. Mit dem Tag in der Wisent-Wildnis ist das gelungen.

Durch die Mischung aus Bewegung, kleinen Wissensvorträgen, Spielen und Mitmach-Aktionen erlebten die Schüler der Grundschule aus Kreuztal, wie spannend Unterricht sein kann, wenn er draußen in der Natur stattfindet. Dabei haben sich die Experten der Wisent-Wildnis sehr viel Mühe gegeben, um Themen wie Wald, Wisente, ökologisches Bewusstsein anschaulich und kindgerecht zu vermitteln, was bei den Kindern auf großen Anklang, Neugierde und Tatendrang stoß.   

Den Kindern auch was zuzutrauen (Stock für Stockbrot schnitzen oder Kräuter schneiden) und ihnen ein entsprechendes Lob auszusprechen, hat vielen Kindern gut getan und sie in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Spannend zu beobachten war zudem, mit welcher Freude sich die Kinder auf dem Gelände (Naturerlebnisspielplatz) ausgetobt haben.

Insgesamt hat der Tag in der Wisent-Wildnis gezeigt, dass bei den Kindern ein Grundverständnis in Sachen Natur vorhanden ist.