16. Mai 2017

Naturpark Sauerland-Rothaargebirge auf 3.827 km² erweitert

Naturräume der Stadt Iserlohn ergänzen das Gebiet im Nordwesten

Kaiserhalle der Iserlohner Dechenhöhle
Kaiserhalle der Iserlohner Dechenhöhle - © Märkischer Kreis Tourismus

Der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge ist um mehrere besondere Naturräume reicher. Durch eine Gebietserweiterung gehören nun auch die Dechenhöhle sowie der Oestricher Burgberg, Sonderhorst und Wunderhügel im Stadtgebiet Iserlohn offiziell zum Naturparkgebiet. Der Bescheid dazu vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz liegt nun vor.

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„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung, unserer Bitte um Erweiterung nachzukommen“, freut sich Detlef Lins, Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge. Insgesamt 3.827 km² Naturpark warten nun darauf, von naturbegeisterten Besuchern erkundet zu werden. Ergänzt durch Oestricher Burgberg, Sonderhorst und Wunderhügel gestaltet sich dieser noch vielfältiger und reicht in seiner Fläche weiter bis in das Gebiet der Stadt Iserlohn hinein. Auch die, im Juni 1868 von zwei Eisenbahnarbeitern bei Felssicherungsarbeiten entdeckte, Dechenhöhle ist für Besucher ein besonderes Highlight. Sie befindet sich in einer, nur wenige hundert Meter breiten Massenkalksenke, die sich von Hagen ostwärts bis in das Hönnetal bei Balve erstreckt. Die dort vorhandenen, sehr reinen Kalksteine wurden und werden in großen Steinbrüchen abgebaut. Entstanden sind sie vor etwa 380 Millionen Jahren, als der nördliche Teil des heutigen Sauerlandes von einem flachen, lichtdurchfluteten tropischen Schelfmeer bedeckt war. Je nach Wassertiefe lagerten sich Kalkschwämme und Korallen, Schnecken und Armfüßer  oder einzellige Kleinstlebewesen mit ihren Kalkgehäusen im seichten Wasser zu ausgedehnten Riffkrusten an.

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Heute bietet die Dechenhöhle, benannt nach Oberberghauptmann Heinrich von Dechen, in ihrem Eingangsbereich vielerlei Tieren ein Zuhause. Neben den dauerhaft in Höhlen lebenden Kleinlebewesen und Fledermäusen bauen dort zum Beispiel die bis zu fünf Zentimeter großen Höhlenspinnen ihre Netze. Zum Überwintern suchen auch Falterarten wie Zackeneule, Wegdornspanner und Tagpfauenauge Unterschlupf in den eingangsnahen Bereichen der insgesamt 870 Meter langen Tropfsteinhöhle. Aber nicht nur die Dechenhöhle als überregional bekannte, touristische Attraktion ist als geologische Besonderheit des neuen Naturparkgebiets hervorzuheben. Auch die ehemalige Fliehburg aus dem 13. Jahrhundert auf dem Oestricher Burgberg als bedeutendes Bodendenkmal, die Trockenrasenflächen auf Karst mit ihren vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und das Naturschutzgebiet Sonderhorst, einem ehemaligen Steinbruch mit seiner Umgebung, sind durch den offiziellen Bescheid des Ministeriums nun innerhalb der Naturparkgrenzen zu finden.