17. Mai 2017

Felsen-Pyramidenschnecke aus dem Hönnetal/Balve

Seltene Tiere oder Pflanzen zu beherbergen, „adelt“ jedes Naturschutzgebiet.

Felsen-Pyramidenschnecken im Hönnetal/Balve
Felsen-Pyramidenschnecken im Hönnetal/Balve - © M. Bußmann, MK

 

Seltene Tiere oder Pflanzen zu beherbergen, „adelt“ jedes Naturschutzgebiet. Im Naturschutzgebiet Hönnetal nahe der Stadt Balve im Märkischen Kreis gibt es ein solches Tier – man muß jedoch schon sehr genau hinsehen, denn die extrem seltene felsbewohnende Felsen-Pyramidenschnecke (lat. Pyramidula pusilla) ist nur zwei Millimeter groß.

Die Felsen-Pyramidenschnecke liebt die vegetationsfreien besonnten Kalkfelsen des Hönnetals und weidet mit Genuß die dortigen Algenrasen und kleine Krustenflechten ab. Dabei ist sie keine Einzelgängerin, sondern lebt in kleinen Gruppen. Ob es mit ihrer Winzigkeit zusammenhängt ist nicht bekannt - beschrieben werden die kleinen Pyramidenschnecken in der Biologie erst seit ca. 1800.

In Deutschland ist die Felsen-Pyramidenschnecke hauptsächlich im Südwesten beheimatet. Ein nördlicheres Vorkommen als im Hönnetal ist in Deutschland nicht bekannt. Leider gilt der winzige Felsbewohner als vom Aussterben bedroht und steht daher in der Kategorie 1 der Roten Liste (NRW) der Schnecken.

Obwohl sehr klein, ist die Felsen-Pyramidenschnecke auf dem hellen Kalkfelsen gut zu erkennen: Ihr frisches Gehäuse ist dunkelrotbraun gefärbt und oftmals mit Gesteinskrümeln und Flechtenresten bedeckt. Das Gehäuse ist nicht selten höher als breit mit meist vier Windungen, die gewölbt und durch eine tiefe Naht deutlich voneinander abgesetzt sind. Der Weichkörper der Felsen-Pyramidenschnecke ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt.

Die Felsen-Pyramidenschnecken sind getrenntgeschlechtlich; ihre Fortpflanzung erfolgt ovovivipar, d.h. die Jungtiere schlüpfen unmittelbar beim Verlassen des Körpers des Muttertiers aus dem Ei und werden lebendig abgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind sie nicht viel größer als 0,7 mm im Durchmesser.